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Fanprojektfahrt nach Freiburg

Saisonauftakt zum Nachdenken

Zum Saisonauftakt 2012/2013 ging es für die Eintracht weit in den Süden zum Ligakonkurrenten SC Freiburg II. Angesichts der hohen Attraktivität der Stadt Freiburg entschloss sich das Fanprojekt Trier eine U-18 Fahrt mit Übernachtung anzubieten. Von diesem Angebot machten dann auch vier Jugendliche regen Gebrauch. Nach ruhiger Fahrt mit dem hauseigenen Exhaus-Bus stand als erstes natürlich die tatkräftige Unterstützung unserer Eintracht im Möslestadion auf dem Programm.
Nach dem Einchecken im Hotel und einer kulinarischen Stärkung verschlug es den Trupp dann zu einer ausgedehnten Besichtigung der Stadt Freiburg.
Am darauffolgenden Tag machten wir auf der Rückfahrt nach Trier noch einen Abstecher zur Sommerrodelbahn in Guttach im schönen Schwarzwald.  Da diese Fahrt allerdings nicht nur als eine reine Spaßveranstaltung zu sehen war, wurde den vier Jugendlichen spätestens beim Besuch der KZ-Gedenkstätte in Struthof/Natzwiller (Franreich) deutlich.
Den Jugendlichen wurde an den Originalstätten in den elsässischen Vogesen das Grauen und die Verbrechen des nationalsozialistischen Terror-Regimes sehr anschaulich näher gebracht. Trotz eines ambitionierten Geschichtsunterrichts in der Schule, war es für alle Jugendlichen das erste Mal so konkret mit der Thematik der nationalsozialistischen Verbrechen konfrontiert zu werden. Es gab demnach vieles zum Nachdenken auf der Rückfahrt.
Insgesamt konnte man von einer gelungenen Fahrt sprechen, die nicht nur einen Auswärtssieg der Eintracht, eine Menge Spaß sondern auch viel Nachdenkliches für die Jugendlichen im Angebot hatte. Man war sich allesamt einig, eine ähnliche Fahrt mit dem Fanprojekt  Trier noch einmal anzubieten.

AG Fananwälte: Statement zum Sicherheitsgipfel

Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte zum „Sicherheitsgipfel“ am 17.07.2012

  • Sachlichkeit statt Hysterie!
  • Einzelfallgerechtigkeit statt Sippenhaft!
  • Polizeitaktik überdenken!
  • Fanprojekte stärken!

Sehr geehrter Herr Niersbach,
Sehr geehrter Herr Große Lefert,

den Medien konnten wir entnehmen, dass am 17.07.12 ein „Sicherheitsgipfel“ in Berlin unter Beteiligung der Verbände, der Vereine und des Bundesinnenministers zum Thema sogenannter „Fangewalt“ stattfinden soll. Vertreter der Fanorganisationen wurden zu diesem Treffen nicht eingeladen.
Die öffentlichen Erklärungen von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall haben uns zu diesem Brief veranlasst.

Es ist heute bekannte und ständige Übung der polizeilichen Gewerkschaften, in beklagenswert populistischer Weise die gesellschaftliche Debatte über das Kulturgut Fußball auf absurdeste Warnungen vor relevanten Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch Fußballfans zu verengen, um die vermeintlichen Partikularinteressen ihrer Mitglieder lautstark zu vertreten und von strategischem Fehlverhalten (polizeiliche Gewalt, eskalationsfördernde Einsatzstrategien) abzulenken – oder auch schlicht um Mitglieder zu werben.
Wenn aber nun verantwortliche Minister in unzulänglicher Kenntnis der Materie in diese Kampagne gegen Fußballfans eintreten und mit unzutreffenden Behauptungen in den Chor der Polizeivertreter einstimmen, um zu versuchen, die Vereine zu einem schneidigen „Maßnahmenkatalog“ zu zwingen, sehen wir uns zur Stellungnahme verpflichtet.

Statt gemeinsam mit Vereinen und DFB die Sachlage gründlich zu analysieren, um dann im nächsten Schritt nachhaltige Lösungen zu erarbeiten, scheinen sich die Innenminister in einem persönlichen Wettstreit zu wähnen, die Drohkulisse gegenüber den Spielbetriebsveranstaltern stetig zu erhöhen. So nehmen wir mit Unverständnis zur Kenntnis, dass gar der Abzug von Spielpunkten bei Zuschauerausschreitungen gefordert und – selbstverständlich – lautstark nach höheren (Verbands-)Strafen verlangt wird.
Blankes Erstaunen kann jedoch nur die Drohung der Politik mit einem Verbot der weniger teuren Stadion-Stehplätze hervorrufen: Sollten die Minister etwa zum Ausdruck gebracht haben, dass Gefahren für die Sicherheit und Ordnung nur von jenen Zuschauern ausgehen, die sich teure Sitzplatzkarten nicht leisten können und sozial schwächere Fußballfans daher prophylaktisch ausgeschlossen werden sollten?

Ohnedies sind diese Vorschläge juristisch zweifelhaft. Sie stellen eine hoheitliche Einmischung in Verbandsangelegenheiten dar, für die es glücklicherweise keine rechtliche Grundlage gibt. Zwar hat sich in jüngster Zeit gezeigt, dass es durchaus hoheitliche Bestrebungen gibt, Verbandsentscheidungen durch polizeiliche Maßnahmen zu ersetzen, wie es bspw. beim Kartenabgabeverbot in St.Pauli in der vergangenen Saison zu beklagen war. Die Gerichte haben diesen polizeilichen Einmischungen in die Souveränität der Veranstalter indes engste Grenzen gesetzt und den Behörden Pflichten zugewiesen, die diese regelmäßig nicht zu tragen vermögen. So wird etwa grundsätzlich die Polizeibehörde den Ausfall der Zuschauereinnahmen zu ersetzen haben.

Vor dem „Sicherheitsgipfel“ werden die Verbände unter Drohung mit der polizeirechtlichen Keule zu vorgefertigten sogenannten „Ehrenkodizes“ und schneidigem Vorgehen gegen die Fans gedrängt, da sie angeblich ihre Pflichten – insbesondere hinsichtlich der „konsequent durchzusetzenden Stadionverbote“ – unzureichend erfüllten. In der Rechtspraxis ist jedoch das Gegenteil zu beobachten: Stadionverbote müssten grundsätzlich als polizeirechtliche Aufenthaltsverbote verhängt werden. Alle deutschen Polizeigesetze beinhalten entsprechende Standardmaßnahmen. Allerdings unterlägen hoheitliche Beschränkungen uneingeschränkt der verwaltungsgerichtlichen Kontrolle. Wegen der hohen Grundrechtsrelevanz derartiger Maßnahmen sind die Anforderungen ihrer Begründung sehr hoch. So werden nachvollziehbare Gefährdungsprognosen verlangt, die nicht etwa allein auf den Umstand einer polizeilichen Ingewahrsamnahme eines Betroffenen gestützt werden können. Daher flüchten sich Polizeibehörden in diesen Fällen in das Privatrecht. Die Vereine werden faktisch aufgefordert, Stadionverbote zu verhängen, um auf diesem Wege eine von den Sicherheitsbehörden gewünschte Rechtsfolge für den Betroffenen zu erwirken, die im Falle hoheitlicher Anordnung schlicht rechtswidrig wäre. Dies ist umso erschreckender, als dieser Praxis regelmäßig systematischer Rechtsbruch der veranlassenden Amtsträger voraus geht: Die behördliche Information der Sicherheitsbeauftragten der Vereine erfüllt nach diesseitiger Rechtsauffassung regelmäßig die Tatbestände der Verletzung des Dienstgeheimnisses (§ 353b Abs. 1 StGB) und der Verletzung von Privatgeheimnissen (§ 203 Abs. 2 Nr. 1 StGB), denn wirksame Ermächtigungsgrundlagen zur Weitergabe der Daten an die privaten Dritten (Vereine) sind nicht existent.

Ein eklatanter Anstieg von Gewalt in Fußballstadien wird gerne behauptet. Bekanntermaßen ist dieser Befund nach Maßgabe des aktuellen Berichts der ZIS (Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze) falsch: Vergleicht man die letzten drei Berichte der ZIS, erkennt man in fast allen Bereichen einen deutlichen Rückgang sicherheitsbeeinträchtigender Ereignisse: So sank die Zahl der eingeleiteten Strafverfahren von 6.030 (2008/09) über 6.043 (2009/10) auf 5.818 in der Saison 2010/11. Die Zahl freiheitsentziehender Maßnahmen (strafprozessuale Festnahmen und polizeirechtliche Ingewahrsamnahmen) gegen Fußballfans sank von 9.174 (2008/09) über 6.784 (2009/10) auf 6.061 (2010/11). Die Zahl der Einsatzstunden der Polizei sank von etwa 1,525 Millionen (2008/09) über 1,217 Millionen (2009/10) auf 1,122 Millionen (2010/11).

Die einzige Kennziffer, die einen Anstieg zu verzeichnen hatte, war die Zahl der Verletzten: sie stieg von 579 (2008/09) über 784 (2009/10) auf 846 (2010/11). Jedoch ist hierzu aber anzumerken, dass die polizeiliche Statistik leider nicht explizit aufführt, wie viel dieser Personen durch Polizeieinsätze verletzt wurden. Ein erheblicher Teil des Anstiegs der Verletztenzahlen dürfte nach unserer Einschätzung auf den vermehrten Einsatz von neuartigen (sehr groß dimensionierten und weitreichenden) Reizstoffsprühgeräten zurückzuführen sein. So wurden bspw. in der vergangenen Spielzeit bei einem vielkritisierten Polizeieinsatz im Fanblock in Hannover insgesamt 36 unbeteiligte Personen durch polizeiliches Pfefferspray verletzt.

Darüber hinaus ist die Zahl der Besucher von Erst- und Zweitligaspielen in den vergangenen zehn Jahren erfreulicherweise auf ca. 6 Mio. gestiegen. Dieser Anstieg ist zu den Zahlen der ZIS in Relation zu setzen. Schließlich differenziert die Statistik nicht zwischen Verletzungsgraden. Mitglieder unserer Arbeitsgemeinschaft beobachten, dass Polizeibeamte zunehmend und systematisch auch leichteste Bagatellverletzungen zur Anzeige bringen.

Eine deutliche Sprache spricht auch ein Vergleich mit anderen Großveranstaltungen, wie zum Beispiel dem Oktoberfest in München. In den 17 Tagen des Oktoberfest  2011 hat die Polizei über 10.000 Verletzte gezählt. Die Polizei spricht von 2.175 Polizeieinsätzen in 17 Tagen, von 379 (einfachen) und 120 (gefährlichen Körperverletzungsdelikten), insgesamt also 499 Gewaltdelikte in 17 Tagen (Quelle: Wiesn-Report 2011 des PP München vom 03.10.11, Augsburger Allgemeine vom 03.10.2011). Statistisch gesehen ist daher das Risiko, verletzt zu werden, auf dem Oktoberfest um ein vielfaches höher als bei einem Stadionbesuch.

Die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte kritisiert, dass von Seiten der Polizei, der Verbände sowie Teilen der Medien suggeriert wird, Vereine und Strafverfolgungsbehörden hätten in der Vergangenheit zu viel Toleranz gegenüber Fußballfans an den Tag gelegt. Das Gegenteil ist richtig: Bereits jetzt sprechen Vereine auf Drängen der Polizei Stadionverbote aufgrund bloßer Verdachtsmomente aus, die sich nach der Durchführung von Ermittlungen durch die Strafverfolgungsbehörden oftmals nicht bestätigen.
Ebenso werden gegen Fußballfans regelmäßig präventivpolizeiliche Maßnahmen wie beispielsweise Aufenthaltsverbote (z.B. Stadtverbote/Bundeslandverbote), Ausreiseverbote oder Meldeauflagen verhängt, die oftmals offensichtlich unverhältnismäßig sind.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte stellen fest, dass Staatsanwaltschaften und Gerichte bei der Verfolgung von vermeintlichem Fehlverhalten der Fußballanhänger wesentliche härtere Strafen beantragen bzw. verhängen als im Strafrecht ohne Fußballbezug. An einigen Gerichtsorten begegnen Angeklagte einem ausgesprochenen Sonderstrafrecht für Delikte im Zusammenhang mit Fußballspielbesuchen.
Die öffentliche oder faktische Ausgrenzung ganzer Fangruppen (durch Abschaffung von Stehplätzen oder Preiserhöhungen, durch den Ausschluss von Gästefans etc.) wird keinesfalls zu einer Befriedung der Situation beitragen. Im Gegenteil: Wenn weite Teile der Fans sich nicht ernstgenommen fühlen, als unerwünscht gelten, übertriebene staatliche Repression sowie lediglich auf Verdacht ausgesprochenen mehrjährige Stadionverbote auferlegt bekommen und auch medial nur als dumpfe unerreichbare Gewalttäter wahrgenommen und dargestellt werden, so leistet man eher einer Radikalisierung der Betroffenen Vorschub. Am Ende stehen weitere Gewaltausbrüche und erneut der Ruf nach (noch) mehr Repression und Ausgrenzung.

Und letztlich wird es wohl auch im Interesse der Vereine und Verbände liegen, die überwiegend aus jungen Menschen zusammengesetzte Gruppe der Ultra-Fans an den Fußball zu binden. Fußballkultur und Atmosphäre in den Stadien hängt untrennbar mit dem unermüdlichen Einsatz dieser treuen Fans für Ihre Mannschaften zusammen. Selbst jene Funktionäre und Manager, deren Interessenfokus auf einer optimalen Vermarktung der „Ware Fußball“ liegt, sollten diesem nachhaltigen „Wertfaktor“ freundlich begegnen.

Hierzu leisten die Fanprojekte einen sehr überaus wichtigen Beitrag – auch und gerade zur Gewaltprävention. Daher können erfolgreiche Lösungen nur über eine Stärkung dieser sozialen Institutionen führen. Auch in Zeiten angespannter Haushalte der öffentlichen Hand, dürfte eine großzügigere Finanzierung keinen unlösbaren Schwierigkeiten begegnen: Jeder Euro der in diese Jugendsozialarbeit fließt, spart ein Vielfaches an Aufwendungen für polizeiliche Gefahrenabwehr und justizielle Repression. Auch darf man von den Mitgliedsvereinen der DFL sicher verlangen, dass ein relevanter Teil der Mehreinnahmen für die mediale Rechteverwertung zur Förderung der konstruktiven Arbeit mit Fußballfans zur Verfügung gestellt wird.

12. Juli  2012
Arbeitsgemeinschaft Fananwälte

 

SCT CUP 2012

SCT CUP 2012
Heute können wir euch verkünden, dass es auch in diesem Jahr wieder eine neue Ausgabe des Supporters Cup geben wird.
Stattfinden wird das Turnier im Rahmen des Stadionfestes am 21. Juli 2012 auf dem Kunstrasenplatz des Trierer Moselstadions. Die Vorrundenspiele werden von 10:30 Uhr bis 13:30 Uhr ausgetragen. Um 14:00 Uhr ist dann das Testspiel der ersten Mannschaft auf dem Hauptplatz, auf dem im Anschluss daran das Finale des Supporters Cup stattfinden wird.

Gespielt wird auf dem Halbfeld mit 5 Feldspielern + 1 Torwart. Wir freuen uns über jede Mannschaft, die sich unter daniel@supporters-trier.de anmeldet!
Zu gewinnen gibt es wie immer den Pokal und Bierpreise. Anmeldeschluss ist der 16. Juli. Die Anmeldegebühr entfällt dieses Jahr.

Außerdem können wir bekanntgeben, dass der SCT in Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt eine Fanolympiade entworfen hat, bei der 3er und 4er Teams parallel zu den Vorrundenspielen des Cups teilnehmen können.
Kommt dazu einfach am Stadionfest an unserem Stand vorbei, informiert euch und macht mit! Auch hier gibt es leckere Bierpreise zu gewinnen!
Für den Nachwuchs ist ebenfalls gesorgt, es gibt eine abgeschwächte Variante, bei der die Kleinen Fanartikel gewinnen können.

 

Sparen in der Stadt Trier

Spart nicht an der Jugend!

Vor einigen Tagen erreichte das Exzellenzhaus und viele andere Einrichtungen in der Stadt Trier eine schockierende Nachricht: In einem beispiellosen Vorgang wurde ohne Ansehen der Folgen für die betroffenen Einrichtungen Kürzungen seitens der Stadt Trier in Höhe von mindestens 5% im laufenden Haushalt 2012 und die folgenden Jahre angekündigt. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass dies nur der Einstieg in weitere Kürzungen sein könnte.

Dies ist für viele Einrichtungen existenzbedrohend und wir können dies nicht einfach so hinnehmen.

Daher fordern wir:
Sparen Sie nicht am falschen Ende! Sparen Sie nicht an der Jugend und den Schwächsten unserer Stadt! Gefährden Sie nicht die mühsam aufgebauten Angebotsstrukturen im Sozialbereich! Investieren Sie weiter in die Zukunft eines lebenswerten Triers!

Um die Forderungen zu unterstreichen fanden bisher zwei Veranstaltungen statt:

Mittwoch 20.6. – 15 Uhr – Sit-In “SPART NICHT AN DER JUGEND” – auf dem Hauptmarkt Trier
http://www.facebook.com/events/450859718265015/

Donnerstag 28.6. – 15 Uhr – Protestkundgebung „Spart nicht an der Jugend!“ vor dem Rathaus Trier
Weitere Infos: http://www.facebook.com/events/381097438606834/

Zum Nachlesen und vertiefende Informationen:
Der offene Brief der  freien Träger des Jugend- und Sozialbereich: http://www.facebook.com/events/381097438606834/permalink/381540595229185/

 

Fanprojekt geht weiter

Fanprojekt lebt!

Nachdem uns zu Ohren gekommen ist, dass der ein oder andere aus der Szene schon die Totenglocken des Fanprojekts vernommen hat, so können wir voller Freude verkünden: „Ja, das Fanprojekt lebt noch!“  Zumindest für 2012.

Es ist tatsächlich unserem Träger gelungen eine Ausfinanzierungslösung für 2012 zu finden, die uns zumindest bis Ende des Jahres die Luft verschafft, auch über 2012 hinaus weitere Finanzierungslösungen anzugehen. Auch da sind wir sehr optimistisch, dass uns dies  so gelingen wird.

Für euch heißt dies, dass ihr auch künftig von unseren Angeboten Gebrauch machen könnt bzw. wir euch bei Problemen weiterhin mit Rat und Tat behilflich sein können.

Unser offener Treff ist wie immer zu den folgenden Zeiten geöffnet: jeden Dienstag von 16.00 – 22.00 Uhr.
Wir freuen uns auf euren Besuch.

Euer Fanprojekt Team

 

Fananwälte: Statement zur Innenministerkonferenz

Liebe Eintracht Fans,

zu den Vorfällen während und nach dem Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin ist viel in den Medien gesagt und geschrieben worden. Leider kaum etwas, was man als ausgewogen und fachlich kompetent bezeichnen könnte.
Eine Ausnahme macht hier die Presseerklärung der Arbeitsgemeinschaft der Fananwälte, die Position bezieht im Hinblick auf allseits beliebte erste Forderungen nach härteren Strafen gegenüber Fußballfans.

Darüber hinaus veröffentlichen wir hier auch eine weitere Erklärung der Fananwälte zur letzten Innenministerkonferenz. Dort stand unter den anwesenden Politikern die Frage an, ob man problematische Fußballspiele durch ein Mehr an Repression in den Griff bekommen kann. Auch hier ein interessantes Statement der Fananwälte.

Beide Presseerklärungen möchten wir euch gerne ans Herz legen,
Euer Fanprojekt-Team Trier

Presseerklärung der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte zu den Vorfällen des Releagationsspiels Fortuna Düsseldorf – Hertha BSC Berlin
Fananwälte: Reflexartiger Ruf nach härteren Strafen ist unangebracht und kontraproduktiv

Die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte nimmt zur aktuellen Berichterstattung insbesondere über die Ereignisse rund um das Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin Stellung:

Die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte kritisiert, dass von Seiten der Polizei, den Verbänden sowie Teilen der Medien suggeriert wird, Vereine und Strafverfolgungsbehörden hätten in der Vergangenheit zu viel Toleranz gegenüber Fußballfans an den Tag gelegt.

Das Gegenteil ist richtig:

Bereits jetzt sprechen Vereine auf Drängen der Polizei Stadionverbote aufgrund bloßer Verdachtsmomente aus, die sich nach der Durchführung von Ermittlungen durch die Strafverfolgungsbehörden oftmals nicht bestätigen.

Ebenso werden gegen Fußballfans regelmäßig präventivpolizeiliche Maßnahmen wie beispielsweise Aufenthaltsverbote oder Meldeauflagen verhängt, die in vielen Fällen rechtsstaatlich jedenfalls bedenklich sind.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte stellen fest, dass Staatsanwaltschaften und Gerichte bei der Verfolgung von vermeintlichem Fehlverhalten der Fußballanhänger wesentliche härtere Strafen verhängen als im Strafrecht ohne Fußballbezug.

Die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte bezweifelt, inwieweit die stetigen Repressionen, denen Fußballanhänger sich ausgesetzt sehen, ein wirksames Mittel gegen Fehlverhalten von Fans darstellen. Zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit belegen, dass vielmehr ein ehrlicher Dialog mit den Fanszenen zu einer Beilegung von Konflikten geführt hat. Eine Chance, die insbesondere der DFB durch den einseitigen Abbruch aller Gespräche mit der Kampagne “Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren” leichtfertig verspielt hat.

Es ist daher unangebracht und kontraproduktiv, reflexartig und in völliger Unkenntnis der tatsächlichen Sachlage “ein Ende der Toleranz” zu fordern.

AG Fananwälte
(In der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte haben sich bundesweit Rechtsanwälte zusammengeschlossen, die regelmäßig Fußballfans vertreten)

 

Presseerklärung zur aktuellen Innenministerkonferenz
Fananwälte: „ Zahl der Straftaten ist rückläufig – Vorwurf eines ‚Kuschelkurses‘ der Vereine ist abwegig.“

Die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte warnt anlässlich der Diskussionen auf der Innenministerkonferenz vor einem unverhältnismäßigen Ein­griff in Bürgerrechte und einer Kampagne gegen Fußballfans. Diese dürfen nicht zum Spielball der Politik werden mit dem Ziel, Sicher­heitsgesetze zu verschärfen.

Ein eklatanter Anstieg von Gewalt in Fußballstadien besteht nicht und geht auch nicht aus dem letzten Bericht der ZIS (Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze) hervor. Im Gegenteil: Vergleicht man die letzten drei Berichte der ZIS, erkennt man in fast allen Bereichen einen deutlichenRückgang sicherheitsbeeinträchtigender Ereignisse: So sank die Zahl der eingeleiteten Strafverfahren von 6.030 (2008/09) über 6.043 (2009/10) auf 5.818 in der Saison 2010/11. Die Zahl freiheitsentziehender Maßnahmen (strafprozessuale Festnahmen und polizeirechtliche Ingewahrsamnahmen) gegen Fußballfans sank von 9.174 (2008/09) über 6.784 (2009/10) auf 6.061 (2010/11). Die Zahl der Einsatzstunden der Polizei sank von etwa 1,525 Millionen (2008/09) über 1,217 Millionen (2009/10) auf 1,122 Millionen (2010/11).

Die einzige Kennziffer, die einen Anstieg zu verzeichnen hatte, war die Zahl der Verletzten: sie stieg von 579 (2008/09) über 784 (2009/10) auf 846 (2010/11). Hierzu ist aber anzumerken, dass die polizeilicheS tatistik leider nicht einzeln aufführt, wie viel dieser Personen durch Polizeieinsätze verletzt wurden. Ein erheblicher Teil des Anstiegs der Verletztenzahlen dürfte auf den vermehrten Einsatz von neuartigen (sehr groß dimensionierten und weitreichenden) Reizstoffsprühgeräten zurückzuführen sein. Darüber hinaus ist die Zahl der Besucher von Erst- und Zweitligaspielen in den vergangenen zehn Jahren um ca. 6 Mio. gestiegen.

Gerade der Rückgang von Freiheitsentziehungsmaßnahmen durch Polizeikräfte vor Ort zeigt, dass nicht eine steigende Gewaltbereitschaft besteht, sondern sicherheitsrelevante Ereignisse rückläufig sind. Dies gilt umso mehr, als in den vergangenen Jahren die Präsenz an Polizeikräften und Videokameras massiv verstärkt wurde. Die Anzeigehäufigkeit steigt somit auch ohne vermehrt auftretende Straffälligkeit.

Politische Entscheidungen dürfen nicht aufgrund undifferenzierter und aufgeheizter Diskussionen erfolgen. Die Behauptung des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann, dass Vereine einen „Kuschelkurs“ fahren würden, ist falsch. Damit werden die Fans zu Unrecht kri­minalisiert und die Vereine verleumdet. Festzustellen ist vielmehr, dass häufig Stadionverbote auf bloßen Verdacht hin von den Vereinen auf Drängen der Polizei verhängt werden. Dies zeigt auch, dass die Darstellung des derzeitigen IMK-Vorsitzenden und Innenministers von Mecklenburg-Vorpommern Lorenz Caffier, dass Stadionverbote durch Vereine umgangen würden, falsch ist. Dies ist den Innenministern auch sehr wohl bekannt.

Die Fananwälte, die regelmäßig Fußballfans anwaltlich vertreten, verfolgen die aktuelle Diskussion mit großer Sorge: wenn weite Teile der Fans sich nicht ernstgenommen fühlen und übertriebene staatliche Repression erfolgen, provoziert man eine Radikalisierung .

AG Fananwälte
(In der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte haben sich bundesweit Rechtsanwälte zusammengeschlossen, die regelmäßig Fußballfans vertreten)