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Stellungnahme Fanprojekt: Gegen den Trend

Gegen den Trend

„Randale an der A1. Polizeischuss gegen Hooligans“, „Fan-Chaoten verwüsten Rastplatz – Warnschuss!“, „Polizei-Großaufgebot stoppt randalierende Eintracht-Fans“. So oder so ähnlich lauten die Schlagzeilen der regionalen und überregionalen Presse zu den Vorkommnissen bei der Auswärtsfahrt Trierer Fans letzten Samstag nach Wuppertal.  Laut Presse waren Trierer Fans verantwortlich für einen Angriff auf Familienväter, die auf der Durchreise waren, haben auf Raststätten eine Spur der Verwüstung hinterlassen sowie Polizeibeamte bei der Durchführung ihrer Aufgaben massiv bedroht und angegriffen, dass diese sich nur noch mit Pfefferspray, einem hohen Aufgebot an Verstärkung und einem Warnschuss zur Wehr setzen konnten.
Wer diese Zeilen liest, kommt nicht umhin anzunehmen, wer auf Fußballfans trifft, hat um Leib und Leben zu fürchten.  Es muss ja schon so schlimm sein, das es selbst eines Warnschusses bedarf, um Recht und Ordnung wieder herzustellen.  Mitunter kann sich der geneigte Leser emotional nicht der Vorstellung entziehen, diesen Chaoten mal so richtig zu zeigen, was gutes Benehmen in der Öffentlichkeit bedeutet.

Lässt man als vernunftbegabter erwachsener Mensch nun die Emotionen sacken und versucht die Dinge differenzierter zu betrachten, so wird man allzu gerne dem Verdacht ausgesetzt  Sachverhalte zu verharmlosen. Wie kann man nur solches Fehlverhalten schönreden, wo doch alles so schlimm ist. Nun sind die Dinge doch oft anders, als sie scheinen. Dies gilt auch für Menschen, die nicht unbedingt als Sympathieträger im Sport gelten. Auch hier gilt das Recht, Menschen nicht schon im Vorfeld zu verurteilen, sie so abzustempeln, dass sie nur schwerlich eine Lobby finden ihre Sicht der Dinge zu schildern und auch entsprechendes Gehör zu finden.

Natürlich ist aggressives Verhalten auf Raststätten, in und an Fußballstadien und in der Gesellschaft generell abzulehnen. Wer will das? Aber es ist da und es stellt sich letztendlich die Frage wie geht man damit um bzw. wie steht die Reaktion zum entsprechenden Verhalten. Und da kommen einem nach vielen Jahren Sozialarbeit immer noch Zweifel an einer entsprechenden Verhältnismäßigkeit der Mittel. Warnschüsse, Pfefferspray, kann das die Lösung sein Verhaltensänderungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen herbeizuführen. Gerade jüngere Fans werden damit bestimmt nicht angehalten ein positives Bild von einem Staatswesen mit nach Hause zu nehmen.  Eine abschreckende Wirkung hat ein solcher Einsatz schon, allerdings eher in Bezug Jugendlicher zu seiner Staatsmacht.

Auch wenn es nur wenige hören wollen, Fußballfans, in ihrer intensiveren Form Ultras genannt, sind keine Schwerverbrecher. Sie sind immer noch junge Menschen, die geregelten bürgerlichen Beschäftigungen nachgehen oder in Ausbildungsverhältnissen stecken.  Dies heißt bestimmt nicht alles blind gut zu heißen, sondern sich kritisch aber letztendlich fair mit ihnen auseinander zu setzen.

Presseerklärung BAG zu Gästefanverboten

Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte
Presseerklärung Jena/Mainz 13.04.2012

Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte zu behördlichen Gästefan-Verboten

Zum Punktspiel der 2. Bundesliga des FC St. Pauli gegen FC Hansa Rostock am 22.04.2012 in Hamburg wurde seitens der Polizei dem gastgebenden  Verein mittels einer Verfügung untersagt, Gästetickets an Fans des FC Hansa Rostock zu verkaufen. Dieser Vorgang ist in der Bundesligageschichte einmalig und würde bei einer endgültigen Entscheidung einen Präzedenzfall in Deutschland hervorrufen.
Das Verbot eines Verkaufes von Gästetickets gleicht einer Kriminalisierung aller Hansafans und verschärft die vorherrschende Stigmatisierung der Fußballfans als „potenzielle Störer“ und „Krawallmacher“.
Gerade in Anbetracht des Umdenkens beim DFB, dass ein Gästefanverbot weder durchzusetzen noch zielführend ist, lehnt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte e.V. (BAG) diese Art der Reglementierung ab und fordert ein Umdenken der Sicherheitsbehörden und der Polizei. Ein solch repressives Mittel ist keine Lösung und trägt weiter zu einer Manifestierung von Feindbildern bei.
Die BAG unterstützt ausdrücklich die Reaktionen der betroffenen Vereine FC St. Pauli und FC Hansa Rostock, welche sich damit für ihre Anhängerschaft stark machen.

i.A. Matthias Stein
BAG Sprecher

 

Fanprojekt vorübergehend geschlossen

Fanprojekt am Dienstag, 27.03.12 geschlossen

Liebe Eintracht-Fans,
da das FP-Team am kommenden Dienstag, den 27.03.12 einen wichtigen Termin beim Jugendhilfeausschuss des Landkreises Trier-Saarburg wahrzunehmen hat, muss das Fanprojekt leider geschlossen bleiben. Danach geht es wieder mit den regulären Öffnungszeiten wie gewohnt weiter.

Euer FP-Team

 

Antirassismus Wochen

Internationale Wochen gegen Rassismus vom 12. -25. März
Kampagne Rassismus fängt im Kopf an!

Vom 12. bis 25. März finden die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ statt.
Die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) veröffentlicht in diesem Rahmen die Broschüre „Unsere Kurve – Kein Platz für Rassismus“, in der auch das Fanprojekt Trier mit einem Beitrag vertreten ist.
Rassismus verstößt gegen die Menschenrechte und spaltet Gesellschaften. Als Folge der finanziellen Krise der vergangenen Jahre und einer fortschreitenden Ökonomisierung der Gesellschaft, die Menschen vorrangig nach einem wirtschaftlichen Nützlichkeitsprinzip beurteilt, sehen wir uns mit einer zunehmenden Entsolidarisierung innerhalb der Gesellschaft konfrontiert.
Diese leistet Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung Vorschub und bildet den Nährboden für Hass und Gewalt. Das beweisen nicht zuletzt die antimuslimisch motivierten Gewaltexzesse in Norwegen und die bekannt gewordene Mordserie der „Zwickauer Zelle“. Die Überwindung von Rassismus gehört daher zu den vordringlichsten Aufgaben in Europa.

Besonders hervorheben wollen wir begleitende Kampagne “Rassismus fängt im Kopf an!”
Die Kampagne soll deutlich machen, dass Rassismus keine naturgegebene Tatsache ist, sondern im Kopf beginnt und somit ein überwindbares Produkt unseres Denkens ist.

www.internationale-wochen-gegen-rassismus.de

Wer Interesse an Materialien zum Thema hat, z.B. Plakate, Postkartenmotive oder einen Videospot, kann diese direkt unter dem folgenden Link herunterladen
http://www.internationale-wochen-gegen-rassismus.de/materialien/rassismus-faengt-im-kopf-an/

 

Veranstaltung: „Rote Karte für Asylsuchende?“

„Rote Karte für Asylsuchende?“

Unter diesem Motto bietet das Fanprojekt Trier eine Veranstaltung zur Problematik von Asylsuchenden in Deutschland an.
Nach einer Filmvorführung mit dem Titel „Abschiebung im Morgengrauen“ berichtet Herr Flämig von der ökumenischen Beratungsstelle für Flüchtlinge (Trier/Dasbachstraße) aus seiner täglichen Arbeit.
Alle Interessierten können im Anschluss selbstverständlich Fragen stellen bzw. zu einer hoffentlich lebhaften Diskussion beitragen.

Der Eintritt ist frei!

Beginn der Veranstaltung ist Montag, 19.März um 19.00 Uhr in den Räumlichkeiten des Fanprojektes Trier, Metternichstr.38

Das Fanprojekt Team wünscht allen Interessierten einen informativen und interessanten Abend

 

Pressemitteilung BAG Entscheidungen des DFB Kontrollausschuss

Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG)
Presseerklärung Jena/Mainz 15.02.2012

Stellungnahme der BAG zu Entscheidungen des DFB-Kontrollausschusses

Mit Erstaunen hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) einige Entscheidungen des DFB-Kontrollausschusses zur Kenntnis genommen.
Beispielhaft sei hier das Strafmaß nach dem Kassenrollenwurf beim Spiel FC St. Pauli gegen Eintracht Frankfurt genannt. Strafen sollten immer in Bezug auf den Einzelfall sowie im Verhältnis zu anderen Strafen, angemessen und nachvollziehbar sein.
Der DFB weiß und fordert von den Vereinen, dass Strafen in Fällen wie diesen den ermittelten „Tätern“ aufgebürdet werden. Damit hat der DFB aber auch die Verantwortung, ähnlich wie ein „normales“ Gericht, den Einzelfall in Bezug auf den „Täter“, dessen Motivation, soziales Umfeld und wirtschaftliche Situation hin zu betrachten und ein Urteil darauf abzustimmen.
Wir fordern den DFB und die beteiligten Gremien auf, sich von seiner von Außen nicht nachvollziehbaren und scheinbar willkürlichen Strafpraxis zu verabschieden und endlich einen für alle einsehbaren Strafkatalog aufzustellen, der auch im Einzelfall nachvollziehbar ist.
Darüber hinaus fordern wir die Vereinsführungen aller Lizenzvereine auf, im Sinne aller Fußballfans künftig kein Strafmaß zu akzeptieren, dass den oben genannten Gesichtspunkten nicht entspricht.

i.A. Matthias Stein
BAG Sprecher