“Watt sähste?” Teil 2

Interviewreihe “Watt sähste?” Teil 2

 

Im zweiten Teil unserer Interviewreihe steht und heute Raphael (Raffi) Acloque Rede und Antwort. Raffi ist Vorstandssprecher des Supporters Clubs und langjähriges Mitglied der Moselhaie.

 

Zunächst einmal vielen Dank das du dir Zeit nimmst uns ein paar Fragen zu beantworten. Stell dich doch erstmal unseren Lesern vor. Wie bist du zur Eintracht gekommen und wie ist seitdem deine Fankarriere verlaufen?

 

Hallo,

mein Name ist Raphael Acloque, ich bin 41 Jahre alt und seit 1984 Anhänger unserer Eintracht!

Schuld daran ist mein Onkel Micki, der meinen Bruder und mich mit der Begeisterung für die Eintracht ansteckte.

Vom ersten Stadionbesuch an, waren wir elektrisiert und waren ab diesem Zeitpunkt Dauergast bei Heimspielen. Schon bald genügte uns das nicht mehr und so kamen wir bereits früh in den Genuss, unser Team auch auswärts anfeuern zu dürfen. Unser Stammplatz im Moselstadion war stets der Stehbereich Gegengerade/Ostkurve. Bis heute findet man uns bei Heimspielen in der Ostkurve.

Vom Kind bis zum Erwachsenenalter ändert sich natürlich auch das „Fan-Dasein“. Nach den gemeinsamen Auswärtsfahrten mit dem Onkel, erfolgte irgendwann in der Mitte der 90er der Sprung in den Fanbus. Hier entstanden Bekanntschaften/Freundschaften, die bis heute elementarer Bestandteil der Ostkurve sind, aber auch über den Fußballplatz hinaus, die mein Leben seither mitprägen.

Mit dem Eintritt in den Fanclub Moselhaie ´93 war für mich persönlich meine Suche nach dem passenden Rahmen innerhalb des Stadions abgeschlossen.

Mit Stolz kann ich behaupten, dass unsere Fahne überall hängt, wo unser SVE spielt (ob auswärts oder daheim).

Gemeinsam mit der gesamten Fanszene, aber vor allem mit meinen Moselhaien, habe ich so ziemlich alle Höhen und Tiefen des Fan-Daseins mitgemacht und das, was mich am meisten dabei freut…es gibt uns immer noch…wie eh und je… Mittlerweile sind es auch meine Kinder, die auswärts und zu Hause mit dabei sein wollen und damit dem selben Wahn verfallen sind wie ich.

Für mich persönlich war die Zeit von 1997 bis 2002 die schönste und bewegendste Zeit mit Eintracht Trier. Der Zusammenhalt im Verein zwischen Fans und Vereinsverantwortlichen war nie mehr so stark, wie zu diesem Zeitpunkt.

Ein wichtiger Einschnitt in meiner Fankarriere war nach Pokalsensationen, Insolvenz (Retterkonzert), verpasste Aufstiege, gelungener Aufstieg, mehrfache Abstiege, die Tatsache, dass der SCT (2001 gegründet als Dachverband der Eintracht-Fans) kurz vor dem Aus stand!

Einige meiner Weggefährten (besonders Thomas Metzger) und ich waren uns einig: Das muss verhindert werden. So entschieden wir uns, zur Wahl zum Vorstand zu kandidieren und übernahmen so das Amt im Jahre 2018. Seitdem gibt es wieder Fanbusse zu jedem Spiel der Eintracht. Die finanzielle Lage des SCT hat sich deutlich stabilisiert und bei der Unterstützung der Eintracht sind wir sehr präsent.

So wird das Eintracht Trier-Weihnachtssingen seit 2018 federführend vom SCT organisiert und auch jetzt mit unserer „virtuellen Auswährtsfahrt“ setzen wir wichtige Akzente für Verein und Fans.

 

Seit nunmehr etwa 2 Jahren bist du erster Vorsitzender des Supporters Clubs Trier. Stell den wenigen Unwissenden unter unseren Lesern doch erst mal den SCT und eure Arbeit für die Fanszene der Eintracht vor.

Der SCT existiert seit 2001 und fungiert seit jeher als Dachverband der Fans, als Ansprechpartner/Bindeglied zwischen Fans und Verein und übernimmt bis heute wichtige logistische/kreative Aufgaben im Vereinsumfeld.

Oberstes Gebot: zu jedem Auswärtsspiel fährt ein Bus (oder auch mehrere…). Darüber hinaus engagieren wir uns für Verein und Fans über das übliche Maß hinaus. Egal ob Weihnachtssingen/ Fußballturniere/Spendenaktionen für SVE und soziale Projekte…wir sind stets engagiert und gewillt, neues auf die Beine zu stellen.

 

Das sind wirklich vielseitige Projekte die vom SCT organisiert und durchgeführt werden. Da kann man sich glücklich schätzen, dass ihr euch so engagiert einsetzt. Bedingt durch die Corona-Pandemie habt ihr nun ein neues Projekt gestartet um der Eintracht finanziell unter die Arme zu greifen soll eine virtuelle Auswärtsfahrt stattfinden. Was genau hat es denn damit auf sich?

Da Auswärtsfahrten unser „täglich Brot“ sind, war uns schnell klar, dass wir in dieser belastenden Phase unserem Verein mit genau dieser Stärke helfen können. Ein außergewöhnliches Erlebnis: mit dem Erwerb eines Bustickets erhält man Zugang zu Fanutensilien, die es nur exklusiv auf dieser Fahrt gibt. Darüber hinaus können auch Kaltgetränke geordert werden. Das Schöne an der Sache: die Fans spenden und erhalten dennoch auch einen realen Gegenwert (es bleibt nicht virtuell)!

 

Das wird sicherlich eine super Aktion, die wir vom Fanprojekt aus nur unterstützen können! Auch wenn wir natürlich hoffen, dass es möglichst bald wieder erlaubt ist mit dem SCT Bus zu Auswärtsspielen zu fahren. Ein weiteres (langfristiges) Projekt das ihr angestoßen habt ist die Errichtung eines Vereinsheimes. Wie ist hier der Stand der Dinge?

Das Vereinsheim ist uns ein besonders großes Anliegen. Seit 17 Jahren kämpfen wir nun dafür, dass Stadt und Verein auf unsere Wünsche/Forderungen eingehen. Der SCT und die AG Fanarbeit haben ihre Hausaufgaben gemacht! Bereits 2018 gab es eine Begehung von möglichen Standorten (gemeinsam mit Fanprojekt/Bürgermeisterin Frau Garbes/Geschäftsstellenleiter Torge Hollmann/Sportamtsleiter Herr Ulbricht) in Stadionnähe. Hier versicherten ALLE Beteiligten, dass es unerlässlich sei, den Fans ein solches Refugium zur Verfügung zu stellen. Im Anschluss arbeiteten wir ein Konzept der Finanzierung als auch der Gestaltung des Vereinsheims aus. So wurde auch mit einem Architekturbüro kommuniziert und weitere Schritte geplant. Diese Unterlagen liegen dem SVE vor… nun heißt es aus unserer Sicht: schnellstmöglich die Gespräche mit der Stadt wieder aufzunehmen, um diesen skandalösen Zustand, ohne Vereinsheim zu sein – und dass mit einer solch großen Zuschauer/Fanszene – schnellstmöglich zu verändern.

Der Ball liegt bei Verein und Stadt. Wir lassen nicht locker! 17 Jahre sind genug!

 

Bleibt zu hoffen, dass Bewegung in diese Angelegenheit kommt, damit auch die Eintracht endlich wieder über eine feste Anlaufstelle für alle Fans verfügt. Du hast nun wirklich vielseitige Aktionen und Projekte aufgelistet die vom SCT gestemmt werden. Wie kann man sich denn bei euch einbringen?

Natürlich freut sich der SCT über jedes neue Mitglied. Mit einem monatlichen Beitrag von 3 € ist die Mitgliedschaft auch nach wie vor erschwinglich! Hierdurch erhält man automatisch eine Ermäßigung auf alle Auswärtsfahrten des SCT. Darüber hinaus freuen wir uns über jede Person, die neue/kreative Impulse setzt und uns bei unserer Arbeit unterstützt. Wir wollen stets ein Club für alle Fanbereiche sein. Wir leben von der Vielfältigkeit unserer Fans!

 

Vielen Dank das du dir die Zeit genommen hast und natürlich viel Erfolg für die virtuelle Auswärtsfahrt. Die letzten Worte gehören dir:

 

Der SCT dankt dem Fanprojekt für die gute Zusammenarbeit und hofft, dass wir alle gemeinsam auch sportlich wieder aus dem Tal der Tränen aufsteigen.

Besonders grüßen möchte ich meinen Fanclub „Moselhaie ´93“, sowie die „Trierer Hautzen ´93“ und „Insane Ultra“, die gemeinsam mit dem SCT die virtuelle Auswärtsfahrt erst möglich gemacht haben.

In diesem Sinne

In Eintracht für die Eintracht

Nur der SVE