Stellungnahme des Fanprojekts zum Auswärtsspiel des SV Eintracht Trier bei TuS Koblenz

Leider kam es gestern dazu, dass ein Großteil der mitgereisten Fans von Eintracht Trier nicht das Stadion der TuS Koblenz in Oberwerth betreten wollte. Grund war ein Protest beim Einlass gegen die Maßnahmen bezüglich des Verbotes von Fanmaterialien, insbesondere der Zaunfahnen der Gästefans.
Hierzu möchten wir unsere Sicht gerne in der folgenden Stellungnahme mitteilen:
Aufgrund der Erfahrungen, insbesondere beim letzten Pokalspiel in Koblenz, haben wir uns im Vorfeld besonders bemüht, uns für die Faninteressen auf allen Ebenen einzusetzen. Fanmaterialien gehören zur Fankultur und sind, hier vor allem Zaunfahnen, ein Herzstück und Teil der Identität der Fans und der Fangruppierungen. Deswegen werden aus unserer Sicht auch Maßnahmen wie ein Zaunfahnenverbot immer mit Problemen einhergehen und nicht deeskalierend wirken. Auch kann in diesem Verständnis der Fankultur es natürlich nicht akzeptiert werden, dass Zaunfahnen an fremde Ordner aus der Hand gegeben werden und weit entfernt auf der Tartanbahn ohne Aufsicht aufgehängt werden. Ein Verlust dieser Zaunfahnen bedeutet stets einen Verlust der Gruppenidentität.
Trotz vorheriger Kontaktaufnahme und der Bitte an einer möglichen Sicherheitsbesprechung teilzunehmen wurden wir seitens des TuS Koblenz nicht zum Sicherheitsgespräch eingeladen und es wurde auch sonst nicht mit uns in den Dialog getreten. Um Eskalationen am Spieltag zu vermeiden, wäre dies aus unserer Sicht aber unerlässlich gewesen. Eine mit Eintracht Trier und dem Großteil der Fangruppierungen verfasste Stellungnahme zu den vorab veröffentlichen regressiven Maßnahmen bezüglich der Fanmaterialien, die bedauerlicherweise nicht mehr zur Veröffentlichung durch die Eintracht gelangte, aber dennoch an die TuS Koblenz ging, wurde leider auch nicht beantwortet. Unseren Bemühungen wurde am Spieltag zu keiner Zeit Rechnung getragen.
Hinzu kam der Umstand, dass für die Heimfans die Auflagen für Fanmaterialverbote nicht galten. Dies empfinden wir nicht nur als ungerecht, sondern auch wenig hilfreich um deeskalierend auf Fans einzuwirken. Um dies klarzustellen: Selbstverständlich setzen wir uns für eine Freigabe sämtlicher Fanmaterialien ein, egal ob im Heimbereich oder im Gästeblock, so wie es auch im Moselstadion der Fall ist.

Dementsprechend zeigten sich die Ordnungskräfte am Einlass nur bedingt kompromissbereit den Fans gegenüber. Somit wurde von einem Großteil der Fanszene das Stadion aus Protest nicht betreten und die Heimreise vorzeitig angetreten, was letztendlich einen schönen Fußballsonntag mit einem wichtigen Spiel vereitelt hat.
Als positiv möchten wir jedoch das entspannte und deeskalative Verhalten der Fanszene erwähnen, trotz regressiver Maßnahmen und vorheriger Einkesselung durch die Polizeibehörden, blieb es ruhig und es kam nicht zu denkbaren Ausschreitungen.
Für die Zukunft wünschen wir uns Bereitschaft zur Aufnahme des Dialoges mit allen Beteiligten.