Nachtrag: InZine-Interview mit dem FP

Aufgrund technischer und organisatorischer Probleme erschien nur eine sehr geringe Anzahl InZine’s am vergangen Samstag gegen Ludwigshafen (InZine Nr. 169 gegen Ludwigshafen, 01.12.18.)
Die InZine-Macher wollen euch aber dieses Interview nicht vorenthalten bzw. nachreichen.


RETTET das EXHAUS – Ganz Trierer bangt um unser „Denkmal“

Hauptgebäude gesperrt – Quo vadis EXHAUS?

Die Schlagzeilen sind omnipräsent, die Rettung in aller Munde. Doch nach außen dringen nur schlechte Nachrichten durch. Zuletzt die HAMMER-Nachricht, dass das Hauptgebäude, in dem sich Cafe und Kneipe, sowie die Büros des Fanprojekts befanden, von der Stadt geschlossen wurden. Grund: Baufälligkeit. „Unsere Heimat“ nicht mehr zu betreten. Bitter und voller Sorge blicken wir als Ultras auf das Geschehen drüben am Moselufer…

Die Frage nach der Zukunft und dem aktuellen Stand der Dinge ist berechtigt, denn die apokalyptischen Schlagzeilen reißen nicht ab, auch wenn unsere Sause eine fetter Erfolg war. Da wir unserer Verantwortung gerecht wurden, doch kam unsere Hilfe, wie die von vielen anderen zu spät? Die Zukunft ungewiss.. Oder: Das Exhaus vor dem Aus?


Wir fragten nach, bei einem der FP-Mitarbeiter. Im Gespräch: Lukas Keuser vom Fanprojekt!

Vorneweg: Wie ist der aktuelle Stand der Dinge drüben im Exhaus? Das Hauptgebäude ja gesperrt seit paar Wochen, scheinbar die Zukunft der „subkulturellen Nische“ unserer Stadt sehr ungewiss? Gibt es überhaupt eine oder dieser Schlag ein weiterer Schlag Richtung Schließung?

Zunächst möchte ich kurz klarstellen, dass die Fragen ein negativeres Bild zeichnen, welches nicht ganz dem Status Quo entspricht. Dank der gemeinsamen Soliparty konnte auch die Fanszene ihren Anteil zur finanziellen Rettung des Exhauses beitragen, worüber man im gesamten Haus sehr erfreut war. Zudem hat die Stadt Trier auf ihrer Stadtratssitzung am 26.9 finanzielle Unterstützung für das Exzellenzhaus bis zum erwarteten Ende der Bauarbeiten Mitte nächsten Jahres beschlossen. Bezüglich des Insolvenzverfahrens gibt es definitiv Licht am Ende des Tunnels, sodass dieses hoffentlich Anfang nächsten Jahres positiv abgeschlossen werden kann. Ende Oktober ereilte uns dann die Nachricht der Sperrung des Haupthauses durch die Bauaufsicht: Einige Balken des jahrhundertealten Gebäudes sind vom Hausschwamm befallen, sodass bei starker Belastung Einsturzgefahr besteht. Hier muss man klar sagen, dass die Stadt als Eigentümerin der Immobilie ihrer Sorgfaltspflicht über Jahrzehnte hinweg nur unzureichend nachgekommen ist. Dementsprechend steht sie nun in der Verantwortung den Schaden zu beheben. Mit den genauen Details wird sich wohl die erste Stadtratssitzung 2019 befassen. Auf der Ratssitzung Ende September, wurde aber bereits von allen relevanten Fraktionen zugesichert, dass die Stadt dafür aufkommt, sollten weitere Baukosten ohne Verschulden des Exzellenzhaus e.V. anfallen. Hier gilt es die Fraktionen nun beim Wort zu nehmen. Dementsprechend sehe ich die Existenz des Exhauses durch die vorübergehende Sperrung zunächst nicht gefährdet. Lediglich durch die Vermietung des Excafés entstehen geringe Einnahmeverluste. Der Kulturbetrieb im Balkensaal kann allerdings ungeachtet dessen fortgeführt werden und Geld in die Kassen spülen. Auch bei der Pressekonferenz der Stadt zur Sperrung des Haupthauses, wurde von Seiten der Verantwortlichen der Stadt mehrfach signalisiert, dass es klares Ziel sei, das Exhaus in all seinen Funktionen zu erhalten und wieder arbeitsfähig zu machen.

Nicht nur das FP betroffen, auch der „Hort“ und die Halle ja zu, welche Auswirkungen hat die Sperrung? 

Die Turnhalle ist aktuell nicht von der Sperrung betroffen, wird jedoch zum Teil nun als Lagerfläche für Gegenstände aus dem Haupthaus genutzt. Generell betrifft die Sperrung  den offenen Jugendbereich im Excafé, samt Küche, die Verwaltung, das Kulturbüro, sowie unser Büro und die Fankneipe.

Der Umzug des Kinderhortes war bereits etwas länger angedacht und fand unabhängig von der Haupthaussperrung statt, da man den Kindern und Mitarbeitern die Belastung durch die Baustelle nicht länger zumuten wollte. Hier konnte kurzfristig eine geeignete Lösung gefunden werden, sodass der Kinderhort bis Ende der Umbauphase in der Ambrosius Grundschule einquartiert wurde und somit im Trierer Norden verbleibt.

Wie habt ihr als FP reagiert? E fallen ja durch die Sperrung die wichtigsten Räume weg. Ein herber Schlag ist die Sperrung für uns, die Szene, alle die rund um die Eintracht Fanszene aktiv sind, nun welche Konsequenzen hat das für uns Fanszene, alle die im und rund um das FP agieren?  Gibt es Alternativen, gerade rund um die Spieltage? Und wie habt ihr reagiert?

Für uns als Fanprojekt kam die Sperrung ebenso ungünstig und überraschend, wie für alle anderen Betroffenen. Immerhin hatten wir einige Wochen vor der Sperrung den Umzug des Fanprojektbüros in den Nordflügel vollzogen, da uns damals bereits mitgeteilt wurde, dass in unserem Büro Bohrungen in die Decke stattfinden werden. Letztendlich steht der Arbeitsschutz der Mitarbeiter, ebenso wie der aller Gäste des Hauses an oberster Stelle, sodass der Schritt unvermeidlich war. Natürlich schmerzt der vorübergehende Verlust der Fankneipe, besonders als Anlaufpunkt an Spieltagen. Wir sind allerdings bereits in sehr guten Gesprächen auf der Suche nach Alternativen, sodass zum heutigen Heimspiel ein Fantreff im Südflügel des Exhauses stattfinden kann. Durch den zwischenzeitlichen Umzug des Hortes sind im Südflügel Räume frei geworden, welche wir gemeinsam mit dem Kulturbereich nutzen dürfen.

An dieser Stelle schonmal vorab ein großes Dankeschön an die Fanszene für die Unterstützung in den letzten Wochen und Monaten! Ihr müsst, ebenso wie wir und viele weitere Bereiche des Hauses, im nächsten Jahr mit dem Umzug aus den angestammten Räumen leben, aber ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam das Beste daraus machen werden.

Zudem sehe ich auch viele Chancen, wenn das Haupthaus wieder intakt ist, in der Renovierung der Fanprojekträume nach unserem gemeinsamen Gusto.

Konkret gefragt: Wie sieht der Zeitplan der Arbeiten nun aus, wann ist das Exhaus wieder komplett und integral handlungsfähig? Und besuchbar ist? Oder ist es wie so oft: Never ending story, das Bauamt und die Stadt Trier ja nicht gerade bekannt für die (schnelle) Rettung seiner einzigartigen Besonderheiten. Stichwort Kabinenbahn usw.

Das Exhaus ist weiterhin besuchbar! Ihr findet uns im Fanprojektbüro im Nordflügel, bzw. wahrscheinlich bald auch als Spieltagstreff im Südflügel. Zudem finden im Balkensaal wie gewohnt Konzerte, Partys, Vorträge etc. statt.
Eine verlässliche Antwort auf die Frage, wann die Bauarbeiten abgeschlossen sind, kann ich euch leider nicht geben. Grob gesagt wird es sich wohl etwa über ein Jahr hinziehen.

Danke Lukas. Die Fragen kamen aus der InZine Redaktion!


Mit Respekt, Stolz und Dankbarkeit erreichte uns folgende Sätze nach der Soli Sause von uns Insane, denn das zeigt den Stellenwert des Exhauses für uns, und die Verbundenheit unserer Gruppe zum Exhaus:

An die Eintracht und die Fans im Namen des Exhauses:

Für die Solidarität der Eintracht, der Verantwortlichen und der Fans mit uns dem Jugendzentrum auf der anderen Seite der Zurmaiener Straße möchten wir Euch einfach danken. Wir werten Euer Engagement als weit mehr als eine Standardbekundung, nein die Widmung des Spieltags und auch die anschließende Party der Fans zeigt, dass die Eintracht einer unserer wirklichen Freunde ist und das werden wir niemals vergessen.

Wir denken, dass Ihr genauso wie wir wieder bessere Zeiten verdient habt und wir glauben, dass wir gerade in Trier Nord auf vielen Ebenen zusammenarbeiten können um das zu ermöglichen.

Hiermit auch noch ein Dankeschön für die Solidarität der Ultras, wir freuen uns, dass Ihr eine der Jugendkulturen seid, die zum Exhaus gehören. Und das Ihr zur Vielfalt unseres Hauses beitragt.

Auf eine bessere gemeinsame Zukunft
Cornelius Günther
(kommissarischer Vorstand)

 Wir sagen als Gruppe Insane Ultra, auch im Namen der Fanszene von Eintracht Trier: Merci, hat uns sehr gefreut!