Stellungnahme anlässlich der Betretungsverbote zum Heimspiel gegen TuS Koblenz

Anlässlich des Heimspiels von Eintracht Trier gegen die TuS aus Koblenz am 23. September wurde durch die Polizei Trier ein sogenanntes „Stadtverbot“ für zwei Personen aus der Trierer Ultraszene verhängt. Das Betretungsverbot gilt für einen Großteil des Trierer Nordens und wird als „präventive Gefahrenabwehr“ betrachtet. Gleichzeitig handelt es sich bei dieser repressiven Maßnahme um eine schwerwiegende Beschneidung von Grundrechten. In unseren Augen steht diese Grundrechtseinschränkung in keiner Relation zu einer, durch die Polizei, prognostizierte Gefährdung, ausgehend von zwei Einzelpersonen gegen die weder ein bundesweites Stadionverbot, noch ein Hausverbot für das Moselstadion vorliegt.
Darüber hinaus kommen diese Verbote zur Unzeit. So ruft die Fanszene mittlerweile selbst gegen exzessiven Alkoholmissbrauch und gegen Vandalismus auf. Liberalen Kräften aus der Szene bzw. weiteren Selbstregulierungsprozessen stärkt man mit den ausgesprochenen Betretungsverboten sicherlich nicht den Rücken. Aus unserer Sicht gab es zuletzt sehr gute Gespräche mit allen Beteiligten und in den letzten Monaten ist ein guter Dialog zustande gekommen, den wir jetzt gefährdet sehen. Zudem befremdet uns die Vorgehensweise, da wir solche Maßnahmen, insbesondere unserem sozialpädagogischen Auftrag folgend, als kontraproduktiv statt als präventiv und deeskalierend werten.
 
Wir würden uns wünschen, dass der bisherige Dialog mit allen Beteiligten auf Augenhöhe weitergeführt wird und eine Korrektur der Maßnahme erfolgt. Für weitere Gespräche, sowie zur Beratung von Betroffenen stehen wir jederzeit zur Verfügung.
 
Fanprojekt Trier im September 2018
Betretungsverbot jpg