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Vortrag „Schwule Fotzen?!“ / Freitag 4.11.2016 – 19 Uhr Exhaus

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Obwohl Gleichberechtigung heute kein Fremdwort mehr ist und Frauen scheinbar ihren Platz im Stadion gefunden haben, zeigt sich oft genug ein anderes Bild: Der Vortrag wird sich anhand verschiedener Beispiele mit der Problematik von Sexismus im Fußball- und Stadionkontext beschäftigen. Es wird den Fragen nachgegangen, in welcher Form Frauen an unterschiedlichsten Standpunkten mit Vorurteilen und Abwertungen begegnet wird, wie und warum aber auch gegnerischen Fans, Teams oder Schiris gerne sexistische und homophobe Sprüche an den Kopf geknallt werden. Was das alles mit gesellschaftlichen Bildern von Geschlecht zu tun hat und welche Möglichkeiten Fans bereits gefunden haben, um Beleidigungen, Abwertungen und einem unangenehmen Klima entgegenzuwirken, wird an diesem Abend herausgearbeitet.

Differenzierung notwendig!

Letzte Woche Samstag war die Eintracht Gast des 1. FC Saarbrücken in Völklingen. Liest man die Pressemeldung der Polizei so entsteht der Eindruck, dass der komplette Gästebock ein randalierender Mob war, der bereits vor Spielbeginn mit Eisenstangen bewaffnet Völklingen unsicher machte.

Wir waren den kompletten Samstag mit den Trierer Fans zusammen und können in der Tat unschöne Szenen bestätigen, allerdings nicht nur von den Gästefans begangen sondern auch von den Heimfans und der Polizei.

Daher sagen wir: Differenzierung notwendig!

Ein Großteil der Trierer Fanszene traf sich morgens am Hauptmarkt in Trier und marschierte gemeinsam zum Bahnhof und reiste von dort mit der Bahn nach Völklingen. In Völklingen angekommen wurden am Bahnhof in der Unterführung Rauchbomben und Böller gezündet. Im Stadion wurde zudem beim Einlaufen eine Choreo gezeigt, bei der ebenfalls Pyrotechnik genutzt wurde.
Alle relevanten Szenegruppierungen reisten mit der Bahn an – von daher haben wir große Zweifel, dass tatsächlich Trierer Fans mit Eisenstangen bereits vormittags durch Völklingen zogen.

Das Thema Pyrotechnik ist sicherlich ein großes Reizthema und wir haben uns bereits mehrfach dazu positioniert. Wir glauben, dass Pyrotechnik kontrolliert und damit nicht sicherheitsgefährdend eingesetzt werden kann. Allerdings trifft dies in keinster Weise auf den Einsatz von Pyrotechnik am Völklinger Bahnhof zu. Wer ernsthaft davon träumt, dass Pyrotechnik irgendwann einmal legal genutzt werden darf, der muss sich bereits heute dafür einsetzen, dass solche Auswüchse wie am Völklinger Bahnhof verhindert werden. Zur Pyrotechnik im Stadion ist darüber hinaus festzuhalten, dass daraus eine Geldstrafe für den Verein resultieren wird oder gar ein kompletter Zuschauerausschluss für das Rückspiel.

Während des weiteren Spielverlaufs gab es kurz nach dem 1:0 für die Eintracht eine erste Eskalation. Eine Gruppe Trierer versuchte das Fluchttor zum Innenraum zu öffnen. Auch stürmte zu diesem Zeitpunkt eine deutlich größere Gruppe aus dem Saarbrücker Fanblock in den Innenraum auf die Laufbahn. Die Ordner am Trierer Fanblock konnten mit Mühe das Tor geschlossen halten und nach einigen Minuten kamen dann Polizisten hinzu, die mit dem Einsatz von Pfefferspray die Situation auflösen konnten.
Hier gilt es ebenfalls zu differenzieren: Wer versucht das Fluchttor zu öffnen hat logischerweise Konsequenzen, wie z.B. Pfefferspray oder anschließendes Strafverfahren, zu erwarten. Darüber hinaus gab es jedoch auch einige Fans, die versucht haben andere zurückzuhalten. Dieses Verhalten ist vorbildlich und es gilt diese Fans zu schützen – schließlich wird das Zeigen von Zivilcourage im Fußball vielfach gefordert. Stattdessen wurde auch gegen diese couragierten Fans ebenfalls Pfefferspray eingesetzt. Wir hätten uns gewünscht, dass die Polizei hier 5 Sekunden inne gehalten hätte und sich einen Überblick verschafft hätte wer hier Übertäter ist und wer nur versucht andere abzuhalten.

Gegen Ende des Spiels wurde von einer Gruppe Trierer erneut versucht das Fluchttor zu öffnen. Dabei erlitt unseres Wissens nach ein Ordner schwere Verletzungen, was nicht zu rechtfertigen ist. Die Ordner konnten das Tor geschlossen halten und die Gruppe Trierer löste sich nach und nach auf. Nun kamen nach einigen Minuten erneut Polizisten den Ordnern zu Hilfe und setzten wiederum Pfefferspray ein. Wir glauben, dass sich diese Eskalation nach wenigen Minuten von alleine beruhigt hätte wenn die Polizei mehr Abstand gehalten hätte. Stattdessen entscheidet die Polizei den Block zu stürmen und nun wird es sehr unübersichtlich:
Uns liegen mehrere Erfahrungsberichte vor, dass seitens der Polizei nicht mehr nach Strafhandlungen differenziert wurde, sondern wahllos in den ersten 3-4 Rängen von Pfefferspray und vom Einsatz des Schlagstockes Gebrauch gemacht wurde. Auch Personen, die mit Gesten und Worten deeskalierend auf andere Fans einzuwirken versuchten, wurden von den Einsatzkräften mit Schlägen und Pfefferspray bedacht. Aus unserer Sicht sind hier viele unschuldige Fans zu Schaden gekommen.
Darüber hinaus sprechen die Berichte davon, dass es anfangs Sanitätern nicht erlaubt wurde ohne Polizeibegleitung in den Block zu gehen. Es wurde seitens der Polizei aufgefordert, Verletzte zum Innenraum-Tor zu bringen. Erst deutlich später konnten die Sanitäter ohne Polizeibegleitung in den Block, um Verletzten zu helfen.
Das Stadion zu verlassen war nicht mehr möglich, da die Polizei nun die Personalien aller Anwesenden feststellen wollte. Jeglicher Protest der Unbeteiligten wurde nicht gehört – nach Tritten gegen den Zaun wurde nun von oben wahllos Pfefferspray über einen sichtgeschützten Zaun in den Fanblock versprüht.
Nachdem alle Personalien festgestellt waren wurde die Heimreise mit dem Entlastungszug der Bahn angetreten. Wie immer durfte sich niemand etwas zu trinken kaufen am Bahnhof und auch das Verrichten der Notdurft ist in solchen Zusammenhängen – gerade auch für die mitgereisten Frauen – äußerst problematisch.

Wir halten fest:

– Das am Ende einfach Pfefferspray über einen sichtgeschützten Zaun in den Fanblock bzw. Menschenmenge gesprüht wird ist nicht akzeptabel und unserer Meinung nach nicht zu rechtfertigen. Dies muss im Grunde genommen auch Konsequenzen nach sich ziehen.

– Wir können nicht akzeptieren, dass im Polizeibericht pauschal von 300 Störern gesprochen wird. Dies entspricht nicht der Wahrheit, denn es gab eine große Gruppe Fans, die sich nicht an Randalen beteiligte. Einige davon haben sogar aktiv versucht andere davon abzuhalten. Im weiteren Verlauf wurden auch viele Fans zu Opfern des Polizeieinsatzes. Dies wird jedoch im Polizeibericht verschwiegen.

– Wir wünschen uns, dass auch die Polizei ihren Einsatz hinterfragt und sich bei den unschuldig betroffenen Eintracht-Fans entschuldigt.

– Die Trierer Fans die das Fluchttor öffnen wollten sollten sich außerdem ebenfalls bei den unschuldig betroffenen Eintracht-Fans entschuldigen.

– Zu keinem Zeitpunkt waren Trierer Fans im Innenraum!

Fanbeirat Trier
Fanprojekt Trier
Supporters Club Trier 2001

Fußballturnier „Kick for Colours“

Das positive Presseecho über unser Fußballturnier „Kick for Colours“ möchten wir euch nicht vorenthalten. Deshalb hier noch einmal der Presseartikel des Trierischen Volksfreund vom 13.09.2016.

„Platz 1 für Flüchtlingsteam aus Konz
Exhaus und Schmit-Z organisierten erstes Kick-for-Colours-Turnier mit elf Mannschaften

KFC_Bild2(Trier) Es lebe der Sport: Engagiert und ehrgeizig haben rund 60 Fußballer um den Sieg beim ersten Kick-for-Colours-Turnier gekämpft. Im Trierer Palastgarten spielten elf Mannschaften, darunter auch einige Flüchtlingsteams. Im Vordergrund standen Spaß und Fairness.

Trier. Rund 60 Jugendliche und junge Erwachsene wärmen sich gemeinsam für das Turnier auf. Es werden Bälle hin und her geschossen, Kopfbälle trainiert und das ein oder andere Kunststück gezeigt. Die Spieler lachen und freuen sich auf spannende und faire Duelle. Zum ersten Mal organisiert das Exhaus Trier mit dem schwul-lesbischen Zentrum Schmit-Z das Fußballturnier im Palastgarten. Unter dem Motto „Kick for Colours“ haben sich elf Teams zum bunt-gemischten Wettkampf angemeldet.
„Wir stehen im Kontakt mit dem Exhaus und dem Schmit-Z. So haben wir vom Turnier erfahren. Wir spielen in keinem Verein und machen aus Spaß mit“, erzählt Lukas Harmeling (26) aus Trier. Sein Teamkollege vom „Rosa Salon“, Andreas Stahl (24), ergänzt: „Wir haben unsere ersten beiden Spiele mit 1:0 und 2:1 gewonnen. Es hat uns echt verwundert, was hier auf die Beine gestellt wurde.“
Bei strahlendem Sonnenschein geht es sportlich heiß her. Alle Spieler sind mit Ehrgeiz und sportlichem Elan dabei. Sie werfen sich in die Zweikämpfe, achten aber auch auf Fairness. So foult ein Spieler aus Versehen seinen Gegner, der zu Boden fällt. Er reicht ihm jedoch die Hand, hilft ihm beim Aufstehen und entschuldigt sich. Dieses Verhalten gefällt Organisator Dirk Mentrop vom Exhaus: „Wir hoffen auf faire Spiele, bei denen der Sport im Mittelpunkt steht. Am schönsten wäre es, wenn wir die Schiedsrichter nicht hören müssten.“
Ziel des Turniers ist es, mit verschiedensten Menschen zusammen Fußball zu spielen. Unter den elf teilnehmenden Mannschaften beteiligen sich auch Flüchtlingsteams. Diese zeigen auf dem Feld besonders, was sie können, und überraschen damit ihre Gegenspieler. „Fußball ist Integration. Hier ist es egal, welcher Nationalität, Religion oder sexueller Orientierung du angehörst. Wir möchten Vorurteile abbauen und Spaß haben“, sagt Mentrop.
Zufrieden, aber außer Atem schauten die Spieler der Mannschaft „Bolzplatz 2“ dem Treiben zu. Sie hatten gerade ihr zweites Spiel bestritten und gewonnen: „Wir spielen jeden Sonntag auf dem Bolzplatz im Gartenfeld. Fußball ist unser Hobby, wir sind keine Profis“, sagt Janosch Molnar (45) aus Trier. Der 23-jährige Lukas Oberhein merkt an: „Janosch spielt aber wie ein 30-Jähriger.“
Einige Passanten bleiben neugierig stehen und schauen dem bunten Treiben im Schatten des Kurfürstlichen Palais zu. Jede der elf Mannschaften musste in der Vorrunde mindestens fünf Duelle absolvieren. Schließlich ging es in den Finalspielen um die ersten Plätze (siehe Extra). Mentrop wünscht sich, dass sich dieses Turnier etabliert: „Es wäre schön, wenn wir den Wettkampf regelmäßig organisieren könnten. Spieler und vor allem junge Flüchtlinge knüpfen Kontakte, spielen und feiern zusammen.“
Extra
Dirk Mentrop betont: „Uns ist es wichtig, dass Sieger und Verlierer mit dem Turnier zufrieden sind. Es geht um das Miteinander.“ Nach fünf Stunden Fußball standen dann die Siegerteams fest: 1. Platz: Team Konz Asyl II. 2. Platz: Team Rosa Salon. 3. Platz: Team Palais. Die Mannschaften erhielten neben Fußbällen jeweils einen Pokal und T-Shirts der Fritz-Walter-Stiftung. Alle Teilnehmer konnten sich zudem über Medaillen freuen. Manuel Bleh 13.09.2016″

BRADSCHELTHEIS Nr. 6

Bradschenltheis-#6Wir möchten darauf hinweisen, dass Insane Ultra ihren Saisonrückblick 2015/16, sprich ihren „Bradscheltheis“ wieder im Moselstadion und auch bei Auswärtsspielen anbieten werden. Kostenpunkt 5€.

Der neue Bradscheltheis Nr. 6 wird bei den kommenden Heimspielen gegen Walldorf, Pirmasens, Nöttingen und gegen die Stuttgarter Kickers in der Hinrunde im Moselstadion erhältlich sein sowie bei allen weiteren Auswärtsspielen der Eintracht!

Wichtig: Kein klassischer Postversand für Einzelpersonen und keine Online-Bestellungen möglich! Das Heft wird ausschließlich bei Spielen der Eintracht angeboten! Gruppen aus anderen Szenen die am Heft interessiert sind, können sich bei dieser Ausgabe erstmalig Hefte direkt über Insane Ultra sichern.

Das Fanprojekt Team

Anwerbeversuch eines V-Manns

Eigentlich kennt man es nur aus dem Fernsehen. Angeworbene Informanten berichten staatlichen Behörden aus rechtextremen Szenen, aus der organisierten Kriminalität oder aus terroristischen Gruppierungen, immer im Hinblick Gefahren für die innere Sicherheit abzuwehren.

Wenn es nun auch einen Anwerbeversuch eines V-Manns in die Trier Fanszene gegeben hat, halten wir vom Fanprojekt Trier dies für nicht richtig, in der Sache überzogen und auch wenig förderlich schwierige Bedingungen doch noch kommunikativ zu lösen.

Auch wenn mit diesen Anwerbeversuch eines V-Manns das ohnehin geringe Vertrauen der Fanszene in die Arbeit der Polizei einen Schaden genommen hat, so stehen wir vom Fanprojekt weiterhin für Kommunikation und Dialog zur Konfliktlösung zwischen den verschiedenen Gruppierungen. Auch unter jetzt schwierigeren Ausgangsbedingungen.

Fanprojekt Trier