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Statement “Fanszenen Deutschlands”

In den vergangenen Tagen hat sich der Zusammenschluss “Fanszenen Deutschlands” mit einem Statement zu Wort gemeldet. Diesem Zusammenschluss gehört auch die Gruppe Insane Ultra an, die uns gebeten hat die Stellungnahme über unsere Kanäle zu verbreiten. Dem kommen wir natürlich gerne nach. Des weiteren weist Insane Ultra drauf hin, dass aufgrund der fehlenden englischen Woche in der Oberliga der Boykott von 20 Minuten am kommenden Samstag beim Auswärtsspiel in Idar Oberstein stattfinden wird. Alle mitreisenden Eintrachtfans werden gebeten sich daran geschlossen zu beteiligen um ein Zeichen zu setzen.
 
Im Folgenden die Stellungnahme der “Fanszenen Deutschlands”:
 
Ihr werdet von uns hören – oder auch nicht!
 
“Wir sind weiterhin bis in die Haarspitzen motiviert, uns für die Grundwerte des Fußballs und gegen eine weitere Entfremdung des Fußballs durch Korruption, Gutsherrenmachenschaften und Kommerzialisierung einzutreten. Wir sehen es mehr denn je als unsere Verantwortung gegen den DFB und die DFL aufzustehen und wissen zehntausende Unterstützer in den Kurven des Landes hinter uns.‘‘
 
So schlossen wir vor rund einem Monat unsere Erklärung zu dem Abbruch der Gespräche mit den Verbänden. Wir führten dabei aus, dass der Beitritt der Fanseite zu einem wie auch immer gearteten “runden Tisch‘‘ keine Verbesserung für jene Fanseite mit sich gebracht hat und wohl auch nicht bringen wird. Viel mehr handelte es sich bei den Gesprächen um eine für die Verbände gesichtswahrende Vorgabe von Dialogbereitschaft, ohne dabei jedoch gewillt zu sein, tatsächliche Verbesserungen im Sinne der Fußballfans durchzusetzen. Auch die geleakten E-Mails zwischen DFB-Präsident Reinhard Grindel und seinem Vizepräsident Rainer Koch haben uns gezeigt, dass der Abbruch der Gespräche ein richtiger Schritt war.
 
Diese Resignation bezieht sich dabei jedoch einzig und allein auf die besagten Gespräche, nicht jedoch auf unseren grundsätzlichen Kampf für einen anderen Fußball. Einen Fußball, der sich an der Basis orientiert, statt die Spirale in immer neue Höhen zu drehen. Der den Fokus auf die Fans legt, statt sich nur nach Investoren, Stakeholdern und dem großen Geld zu richten.
Wenn die Anliegen der Fans in Gesprächen kein Gehör finden, dann vertreten wir sie wieder dort, wo man uns nicht ignorieren kann: In unseren Stadien und Kurven. Wir haben angekündigt, dass man von uns hören wird und setzen das in der kommenden englischen Woche um.
 
In den ersten 20 Minuten der Spiele werden wir auf einen wie üblich organisierten Support verzichten. Stattdessen werden wir unseren Protest in die Stadien tragen und zeigen, dass die große Masse an Fans nicht damit einverstanden ist, was einige wenige Funktionäre mit unserem geliebten Fußball veranstalten.
 
Über die genaue Ausgestaltung des Protests werden die jeweiligen Fanszenen informieren. Schließt euch den Protesten an, um ein einheitliches und starkes Zeichen zu setzen! Zeigt denen da oben, dass die Fans in den Stadien nicht gewillt sind, immer neue Auswüchse der Kommerzialisierung und Entfremdung in Kauf zu nehmen!
 
Die Fanszenen Deutschlands im September 2018

Stellungnahme anlässlich der Betretungsverbote zum Heimspiel gegen TuS Koblenz

Anlässlich des Heimspiels von Eintracht Trier gegen die TuS aus Koblenz am 23. September wurde durch die Polizei Trier ein sogenanntes „Stadtverbot“ für zwei Personen aus der Trierer Ultraszene verhängt. Das Betretungsverbot gilt für einen Großteil des Trierer Nordens und wird als „präventive Gefahrenabwehr“ betrachtet. Gleichzeitig handelt es sich bei dieser repressiven Maßnahme um eine schwerwiegende Beschneidung von Grundrechten. In unseren Augen steht diese Grundrechtseinschränkung in keiner Relation zu einer, durch die Polizei, prognostizierte Gefährdung, ausgehend von zwei Einzelpersonen gegen die weder ein bundesweites Stadionverbot, noch ein Hausverbot für das Moselstadion vorliegt.
Darüber hinaus kommen diese Verbote zur Unzeit. So ruft die Fanszene mittlerweile selbst gegen exzessiven Alkoholmissbrauch und gegen Vandalismus auf. Liberalen Kräften aus der Szene bzw. weiteren Selbstregulierungsprozessen stärkt man mit den ausgesprochenen Betretungsverboten sicherlich nicht den Rücken. Aus unserer Sicht gab es zuletzt sehr gute Gespräche mit allen Beteiligten und in den letzten Monaten ist ein guter Dialog zustande gekommen, den wir jetzt gefährdet sehen. Zudem befremdet uns die Vorgehensweise, da wir solche Maßnahmen, insbesondere unserem sozialpädagogischen Auftrag folgend, als kontraproduktiv statt als präventiv und deeskalierend werten.
 
Wir würden uns wünschen, dass der bisherige Dialog mit allen Beteiligten auf Augenhöhe weitergeführt wird und eine Korrektur der Maßnahme erfolgt. Für weitere Gespräche, sowie zur Beratung von Betroffenen stehen wir jederzeit zur Verfügung.
 
Fanprojekt Trier im September 2018
Betretungsverbot jpg

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Faninfos zum Auswärtsspiel am Samstag, 15.09. gegen Hassia Bingen

Zum Auswärtsspiel am Samstag bei der Hassia Bingen haben wir mal die Gegebenheiten abgefragt und geben euch noch ein paar wichtige Infos hiermit weiter:

  • Zaunfahnen, Doppelhalter und Schwenkfahnen sind insoweit erlaubt, wenn diese nicht die Sicht der Fans zum Spielfeld verdecken. Fahnen, Plakate oder sonstige “Medien” die rassistische und/oder diskriminierende Darstellungen oder Äußerungen enthalten sind verboten und dürfen somit nicht ins Stadion eingebracht werden. Das gleiche gilt selbstverständlich für Pyrotechnik, auch hier gilt das absolute Verbot der Einführung und Nutzung.
  • Trommel und Megaphon sind erlaubt. Auch hier ist darauf zu achten, dass eventuelle rassistische und diskriminierende Äußerungen ausbleiben (was für unsere Fanszene ja auch eine Selbstverständlichkeit darstellt).
  • Bis 45 Minuten vor Spielbeginn können Fahnen am Gästeblock im Innenraum angebracht werden. Hierbei dürfen keine Anzeigen von Werbepartnern des Vereins Hassia Bingen verdeckt werden.
  • Während des Spiels wird es einem Fan, temporär, gestattet vom Innenraum hinter dem Tor Fotos zu machen.
  • Es ist darauf hinzuweisen, dass alle Gegenstände, vor dem Zugang der Tribüne, kontrolliert werden und vorzuzeigen sind. Sollte es hier zu Diskussionen kommen, wird der Zugang verweigert.
  • Die Stabilität des Zaunes lässt ein Besteigen der Fans und eines Vorsängers nicht zu. Ein gesonderter Platz kann für den Vorsänger nicht ausgewiesen werden.
  • Sollten Beschädigungen verursacht werden, trägt die volle Verantwortung hierfür der Schädiger.
  • Soweit die Infos vom Verein Hassia Bingen. Zum Stadion sind es laut Google-maps 2,7km zu laufen vom Bahnhof.

Zudem möchten wir an dieser Stelle nochmal auf die Verhaltensregeln von Insane Ultra für die Bahnfahrt hinweisen:
Sachbeschädigung und exzessiver Alkoholkonsum sind unerwünscht.
Erwünscht ist allerdings ein möglichst geschlossener Auftritt der Trierer Fanszene, also Trikot anziehen und ab nach Bingen den SVE beim ersten Auswärtssieg unterstützen!

Katja und Lukas werden Euch begleiten.

Zugfahrt nach Bingen

Auch wenn morgen zunächst mal das Auswärtsspiel in Mechtersheim ansteht, teilen wir gerne den Aufruf von Insane Ultra für das folgende Spiel in Bingen:

Da wir das Auswärtsspiel unserer Eintracht bei der Hassia in Bingen am Rhein mit einem besonderen Touch untermalen wollen, rufen wir die Zugfahrer auf alle im Eintracht Trikot zu erscheinen! Doch auch für die restlichen Anhänger unserer Fanszene, egal ob Auto, Bus etc., am kommenden Samstag heisst es: ALLE MIT DEM TRIKOT NACH BINGEN!

Wie im InZine gegen Karbach schon erwähnt hoffen wir dass alle viel Spaß haben werden! Daher:
• Lasst uns einen flotten Tag haben! Und würdig auftreten!
• Doch: racke Alk-Leichen und Vandalismus im Zug braucht keine SAU! DENN: Im Stadion zählt es!
• Insane Ultra! Alles für den Dreier!

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Soliparty von Insane Ultra und dem Fanprojekt für das Exhaus

Mambo Schinki, Sascha Timplan (villaWuller) sowie weiteren Specials für lau? Kein Problem!

Notiert euch schon mal den 06.10. fett im Terminkalender, denn da steigt eine Soli-Party fürs Ex-Haus die ihres gleichen suchen wird!

Insane Ultra veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt eine Soli-Party für das von einer Insolvenz bedrohte Exhaus, welches nach fast 50 Jahren Kultur- und Sozialarbeit Solidarität in der ganzen Stadt verdient hat! Die Veranstaltung beginnt ab 17:30 Uhr mit einem lockeren Kick Off im Hof, ehe ab 20 Uhr im Balkensaal die Balken und Bässe nur so krachen! Die Arbeit des Exhauses ist für die Stadt Trier und ihre Jugend unermesslich, also zeigt das ihr Exfreunde seid und rockt mit uns den Balkensaal. Um Spenden wird gebeten!

Yippie Yippie Yeah Yippie Yeah
Krawall und Remmidemmi

P.S. weitere Infos folgen

Mambo

Vortrag – “Überleben im Turbokapitalismus” von Hardy Grüne

Fußball boomt, und die Bundesliga bricht einen Rekord nach dem anderen. Im Unterbau jedoch gärt es, brechen immer mehr traditionsreiche Vereine weg. Zu wenig Zuschauer, zu wenige Sponsoren, zu wenig mediale Aufmerksamkeit. Vor allem in den Regional- und Oberligen haben die Vereine existenzielle Probleme und kämpfen um ihre Zukunft.

Hardy Grüne, als langjähriger Fan des insolventen früheren Zweitligisten Göttingen 05 selbst betroffen, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Unterbau und den dortigen Problemen und Herausforderungen. Der Mit-Herausgeber von „Zeitspiel – Magazin für Fußball-Zeitgeschichte“ schaut in seinem Statement hinter die Kulissen und zeichnet ein Bild auf, das viele Vereine in einem schwierigen Spannungsfeld sieht.

Doch es geht nicht nur um Klagen und Jammern, es geht auch um Zukunft und Gestalten. Denn nicht nur für Hardy Grüne sind die Traditionsvereine existenzielle Grundlage der Fußballbegeisterung im ganzen Land. Wie also kann eine erfolgreiche Entwicklung aussehen? Auch darüber spricht und diskutiert Hardy Grüne in seinem Vortrag.

Am 18. Oktober freuen wir uns auf diesen Vortrag um 19:00 Uhr im kleinen Balkensaal.

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